Hallo und herzlich willkommen. Wir reden ja ständig über globale Klimaziele und große Konferenzen. Aber was heißt das eigentlich ganz konkret bei uns vor der Haustür? Tja, genau darum geht es heute. Wir zoomen mal rein in den Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Die haben nämlich aufgehört, nur zu reden und stattdessen einen richtig beeindruckenden Plan auf die Beine gestellt, um dem Klimawandel direkt vor Ort zu begegnen. Okay, schauen wir uns mal an, was uns erwartet. Zuerst werfen wir einen Blick auf die harten Zahlen. Wie hat sich das Klima in Kusel schon verändert? Dann gucken wir uns auf Karten an, wo die Region am verwundbarsten ist. Mit einer Fallstudie zu Schulen wird es dann super konkret, bevor wir uns ein paar echt clevere Lösungen aus der Natur ansehen. Und ganz am Ende steht dann die große Frage. Welchen Weg schlägt Kusel für die Zukunft ein? Fangen wir also mit den Fakten an. Und das sind jetzt keine vagen Prognosen für irgendwann, sondern das sind echte Messdaten. Die belegen schwarz auf weiß, wie sehr sich das Klima im Landkreis Kusel schon heute verändert hat. Das direkteste Maß ist natürlich die Temperatur. Und sehen Sie sich das an. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Kusel ist bereits um 1,7 Grad Celsius gestiegen. Das klingt vielleicht erst mal nach nicht so viel, aber für das Gleichgewicht eines Ökosystems ist das eine gewaltige Veränderung. Und was bedeutet das im Alltag? Ganz einfach. Längere und heißere Sommer. Der Landkreis erlebt heute im Schnitt 20 Sommertage mehr pro Jahr. Das sind fast drei Wochen zusätzliche Sommerhitze, die es früher so einfach nicht gab. Und auf der anderen Seite werden die Winter spürbar milder. Heißt konkret 18 Frosttage weniger pro Jahr. Das verändert natürlich die Landschaft und hat massive Auswirkungen auf die Landwirtschaft und auch auf unsere heimische Tierwelt. Also diese Zahlen sind ja schon mal eine Ansage. Aber wo genau in der Region schlägt der Klimawandel eigentlich am härtesten zu? Die Karten, die wir uns jetzt ansehen, geben darauf eine ziemlich klare visuelle Antwort. Diese Wärmekarte zeigt uns die Hitzebelastung im gesamten Landkreis. Man sieht sofort die gelben, orangen und roten Bereiche, die sich da wie so ein Band durchziehen. Die stehen schon heute unter erheblichem Hitzestress. Und wenn wir jetzt noch näher ran zoomen, sehen wir den sogenannten städtischen Wärmeinsel-Effekt in voller Aktion. Das heißt, Asphalt und Beton in den Orten heizen sich viel, viel stärker auf als das grüne Umland. In Hotspots wie Kusel oder Waldmoor kann es dadurch an heißen Tagen bis zu 14 Grad wärmer sein. 14 Grad. So, und um dieses Problem jetzt noch greifbarer zu machen, konzentrieren wir uns mal auf einen Ort, den wir wirklich alle kennen. Die Schule. Der Plan nimmt als ganz konkretes Beispiel das Siebenpfeifer-Gymnasium unter die Lupe, um mal zu zeigen, was die Risiken in der realen Welt bedeuten. Diese Karte hier ist wirklich alarmierend. Sie simuliert, was bei einem Starkregen-Ereignis passiert. Und diese magentafarbenen und blauen Flächen, die zeigen, dass das Schulgebäude bei so einem Wetterereignis mitten in einer Hochrisikozone liegt. Mit Wassertiefen von bis zu einem Meter direkt am Gebäude. Der entscheidende Punkt ist also, die Schulen sind einer doppelten Bedrohung ausgesetzt. Auf der einen Seite gefährliche Überschwemmungen durch plötzliche Wolkenbrüche und auf der anderen Seite intensive Hitze im Sommer. Aber, und das ist die gute Nachricht, es gibt einen klaren Plan. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind total konkret. Flächen entsiegeln, Dächer begrünen, Bäume pflanzen und das Regenwasser clever sammeln. So werden die Schulgeländer einfach sicherer und kühler. Diese Ideen für die Schule sind aber nur ein Teil von einem viel größeren Ansatz. Schauen wir uns jetzt mal die leistungsstarken, naturbasierten Lösungen an, die der Plan für den gesamten Landkreis vorschlägt. Aber Moment, was sind naturbasierte Lösungen überhaupt? Im Grunde ist es ganz einfach. Es geht darum, mit der Natur zu arbeiten, nicht gegen sie, um Probleme wie Hitze und Überschwemmungen in den Griff zu bekommen. Und dieser Ansatz liefert eine ganze Werkzeugkiste voller cleverer Ideen. Das geht von der Neugestaltung des Wassermanagements in der Landwirtschaft bis hin zur Schaffung von kühleren, grüneren Plätzen und Straßen in den Orten. Und dieser Satz hier, der bringt es eigentlich auf den Punkt. Der Bericht betont ganz klar, dass Vielfalt der Schlüssel ist. Das Ziel muss es sein, komplexe, abwechslungsreiche Landschaften zu schaffen. Denn genau das macht unsere Ökosysteme stark und widerstandsfähig. Tja, und was hält die Zukunft jetzt bereit? Der Bericht rechnet uns zwei sehr unterschiedliche Wege vor, je nachdem, welche Entscheidungen wir heute treffen. Am Ende stehen wir vor einer ganz klaren Wahl. Auf der linken Seite eine Zukunft mit ambitionierten Klimaschutz. Auf der rechten Seite das Weiter-so-Szenario. Die Entscheidung, die wir heute treffen, legt fest, welche dieser beiden Zukünfte für uns Realität wird. Und diese Zahlen, die untermauern das eindrucksvoll. Der Unterschied ist dramatisch. Schauen Sie sich nur mal die Dauer der Hitzewellen an. Wenn wir wenig für den Klimaschutz tun, könnten sie sich um 21 Tage verlängern. Mit ambitioniertem Schutz wären es nur acht Tage. Und das ist ein Unterschied, der über die Lebensqualität einer ganzen Region entscheidet. Letztendlich ist das Konzept aus Kusel also ein starkes Vorbild. Und es hinterlässt uns eine entscheidende Frage, die wir uns alle stellen sollten, auch für unsere eigene Gemeinde. Was ist eigentlich unser Plan?